Hereke Geschichte

Wenn Sie von Istanbul in die Nachbarnstadt IZMIT fahren, fahren Sie parallel zu Marmarameer und sehen Sie irgendwann eine kleine Stadt Namens HEREKE, unter einer Autobahnverbindungsbrücke. Wenn man sich in der Geschichte und den Teppichen nicht so gut kennt, fährt man einfach über die Dächer weiter. HEREKE schrieb eine goldene Seite in der Teppichgeschichte. Unter den winzigen Dächern und in der berühmten Fabrik Herekes wurden damals die Meisterwerke der Teppichkunst geschaffen.

Die Geschichte der Teppichfabrik in Hereke fängt zwar in 1843 an, wurde aber die Teppichherstellung erst im Jahr 1891 realisiert.

Unter der Obhut Sultan Abdülmecid`s haben die Teppichmeister, die aus Sivas, Ladik und Manisa gebracht waren, die erste Meilensteine der Teppichart von Hereke eingelegt. Diese Knüpferinnen wussten, dass man eigene Stil schaffen muss, um in der Teppichwelt bestehen zu können, und das ist ihr auch in kurzer Zeit gelungen. Während der berühmte Seidenglanz gegen Ende des 19.Jahrhunderts in Teppich umgewandelt wurde, machte Hereke wirtschaftlich erhebliche Fortschritte und wurde Teppichindustriezentrum Anatoliens. Diese positive Entwicklung hatte damals in 1898 den deutschen Kaiser Wilhelm II. appelliert Hereke zu besuchen, als Sultan Abdülhamits Gast.

        

Der Kaiser ging von Bahnhof bis zum seiner für ihn gebauten Villa zu Fuß auf den ausgerollten Hereke-Teppichs. Die in einem Tag gebaute Hereke-Villa ist auch ziemlich interessant. Außer Kaiser Wilhelm II. hatten andere ausländische Gäste und Auch der Staatsgründer und Befreier der Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, in dieser Villa übernachtet. Sie ist oben im Bild zu sehen.

Die in der Hereke-Fabrik produzierte Teppiche, Stoffe, Seidenstücke, Schliffe und Bänder wurden national und International mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. In 1855 Paris,1862 London, 1892 Wien, 1894 Lyon, 1910 Brüssel, 1911 Turin hatte Hereke-Teppiche einige Medaillen und Preise gewonnen. Sie wurden dann überall auf der Welt ständig gesucht und viel verkauft.

   

Hereke-Teppich-Kompositionen sind meistens in der so genannten "Madalyonlu" Form dargestellt. Besonders bei den großen Palastteppichen wird diese Art bevorzugt. Bei der Produktion wurde vorwiegend anatolische Motiven und die traditionelle Herstellungsverfahren angewendet.Naturalistische Blumen und Blätter herrschen in Herekes Seidenteppichdessin. Granatblüte, Nelken, Rosen, und alle andere Blumensorten verwandeln sie die Teppiche in einen Blumengarten. Die sich in der Gebetsteppich (Seccade) befindliche Lebensbäume symbolisieren Unsterblichkeit und das Paradies. Granatblütenmotiven stellen die Stärke und Reichtum dar. Der sich in einem "Mihrap" befindliche Blumenstrauß bedeutet die Verbindung zum Stammbaum. Blumenecken des Teppichs ist einer der vielen Eigenschaften der Hereke-Stils.

Die Hintergrundfarben sind überwiegend rot, pink, dunkelgelb, hellgrün, dunkelblau. Und Motivfarben bestehen meist aus schwarz, gelb, wein-rot oder dunkelbraun. Lebhafte und Pastellfarben harmonisieren sich beeyndruckend bei Hereke-Teppichs.

Die prächtige innen Dächern von Yildiz-, Dolmabahce- und Beylerbeyi Palästen werden auf dem Boden durch den Hereke-Teppichen vollendet. Auch in Hollands La Hey Justizministerium befindet sich ein gigantischer Hereke-Teppich. Hereke- Schule wurde weltweit anerkannt und natürlich auch imitiert. Aber die unter dem Namen Hereke-Teppich imitierten Teppiche konnten niemals die gleiche Qualität und naturelle Eleganz erreichen.

Nur die tausende von Jahren bestehende Kultur Anatoliens könnte gemeinsam mit Freude, Tüchtigkeit und Liebe und Geduld der Knüpferinnen den ‘’kulinarischen’’ Hereke-Teppiche schaffen.

     
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